Hundebegegnungen an der Leine

Ganz oben auf dem Trainingsplan stand in der Welpen- & Junghundzeit neben der "Leinenführigkeit" die "Hundebegnung an der Leine". Mir war bewusst, dass ich später einen über 30 kg Hund an der Leine führen muss, daher habe ich das Thema fast täglich trainiert. Da wir auf unseren Spaziergängen nicht so viele Hunde angetroffen haben, habe ich solche Situationen organisiert. Ich habe aus verschiedenen sozialen Netzwerken mich mit Hundehaltern ausgetauscht, über mein Vorhaben berichtet und mich zum Training getroffen. Wichtig war mir, dass Ayla so viele unterschiedliche und unbekannte Hunde wie möglich auf dem Spaziergang trifft. Das Aufeinandertreffen war bei uns also immer geplant und wir konnten das ganz in Ruhe trainieren. Klappte die erste Hundebegnung bei uns nicht, haben wir die Situation wiederholt und sind umgedreht und sind uns nochmal entgegen gelaufen und das solange bis die Übung positiv abgeschlossen worden ist.


Zwei wichtige Punkte im Verhaltenscodex unter Hundehaltern lauten:

Einen unangeleinten Hund lässt man nicht zu einem angeleinten Hund laufen und zwei kurz angeleinte Hunde lässt man möglichst nicht interagieren.

Warum?

Ganz einfach. Der kurz angeleinte Hund kann nur sehr eingeschränkt körpersprachlich kommunizieren und für den angeleinten Hund kann es vermutlich gute Gründe geben wie Läufigkeit, Krankheit, Operationswunden, Unverträglichkeit, es wird gerade trainiert, mangelnder Gehorsam, Angsthund etc.


Am besten verständigt man sich untereinander, während wir unsere Vierbeiner unter Kontrolle haben. Stimmen beide einer Hunde- Begrüßung zu, gibt man die Hunde gleichzeitig frei.


Da zu der Zeit weder die Leinenführigkeit noch die Hundebegnung bei uns geklappt hat, war es doppelter Spaß für mich! Wie ihr bereits auf meinem Blog zum Thema "Leinenführigkeit" gelesen habt, war Ayla ein sturköpfiger Wirbelwind, der mir alle Nerven geraubt hat, ABER Frauchen hat die Zähne zusammen gebissen und bis zum bitteren Ende durchgehalten. Es hat sich gelohnt!


Eine gute Lernatmosphäre

Während des Trainings habe ich entweder mit Leckerchen oder Spielis gearbeitet. Zergelspielzeug fand Ayla immer besonderes toll. Du und Dein Hund sollten Spaß beim Training haben! Also geh mit positiven Gedanken, realistischer Erwartungshaltung und Freude an das Training heran.


Je entspannter und gelassener Du vor und während einer Hundebegegnung bist, desto entspannter ist auch Dein Vierbeiner.

Auch haben wir die Hundebegnung ab einer gewissen Distanz trainiert. Ich habe geschaut ab welcher Distanz Ayla ansprechbar war und habe ab da angefangen zu trainieren. Wir sind uns immer wieder "entgegen" gelaufen, hin und wieder zurück, nach und nach habe ich die Distanz minimiert und bin mit Ayla's Aufmerksamkeit auf mich gerichtet, dem Hunde-Team entgegen gelaufen. War Ayla's Aufmerksamkeit weg, habe ich die Distanz wieder erhöht und es ging von vorne los. Jede Trainingseinheit, egal auf welcher Distanz wir dem Hunde-Team entgegen gekommen sind, wurde positiv beendet, denn genau das ist das was beim Training zählt.


Übe lieber mehrmals am Tag fünf Minuten, als einmal eine halbe Stunde am Stück. Gerade Welpen besitzen eine kurze Aufmerksamkeitsspanne! Sei geduldig! Wenn Dein Hund nicht gleich versteht, was Du von ihm willst, überprüfe noch einmal, ob Du es ihm auch verständlich gemacht hast. Wenn Dein Hund einen anderen Trainingsweg benötigt, ist Kreativität gefragt. Lobe auch kleine Schritte in die richtige Richtung und freue Dich mit Deinem Hund über jeden Lernschritt.


Generalisieren

Wenn Dein Hund eine Übung perfekt beherrscht, heißt das nicht, dass er sie ÜBERALL perfekt beherrscht! Hunde müssen Gelerntes generalisieren. Das heißt, sie müssen es an vielen unterschiedlichen Orten, in unterschiedlichen Kontexten und mit unterschiedlichem Drumherum lernen.


An einem anderen Tag habe ich mich mit einem anderem Hunde-Team getroffen und genau die gleiche Übung an einem anderen Ort trainiert. Ansprechbarkeit geprüft, Distanz immer wieder vom Hunde-Team minimiert und positiv beendet. Schritt für Schritt sind wir an unser Ziel gekommen. Ich habe in der Zeit Ayla auch die Möglichkeit gegeben selber richtige Entscheidungen zu treffen. Mit der Zeit hatte sie gelernt, dass wenn ein Hund uns entgegen kommt, es bei Frauchen eine tolle Aktion gibt, daher hat sie den Blick vom Hunde-Team nach mehreren Trainingseinheiten irgendwann auch selbstständig zu mir gerichtet und es gab eine Belohnung. Die Distanz konnten wir von Mal zu Mal minimieren und die "übertriebene" Belohnung wurde von Mal zu Mal abgebaut.


Heute gibt es hin und wieder ein Lob oder eine nette Berührung. Egal wie eng der Weg ist, wie laut der entgegenlaufende Hund bellt und zieht, Ayla ist froh die Situation nicht regeln zu müssen und verlässt sich auf meine Führung. Auch wenn Ayla noch das Interesse hat und hinterherschaut oder vielleicht aus Unsicherheit oder Aufregung die Haare aufstellt, ist das bei uns das geringste Problem. Mit der Zeit und dem Alter wird auch dies sich in Luft auflösen 🐕


Haltet uns mit dem Hashtag #frauliundayla auf dem Laufenden oder verlinkt uns mit @frauli_und_ayla in eurer Story um mit euch euren Erfolg zu feiern. Wir können das alle! Da bin ich mir sicher :)

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