Mit Hund durch Schottland reisen

Aktualisiert: Feb 9

Mai 2019. Schottland hat uns fasziniert und gehört definitiv zu einen unserer Traumurlaubsziele. Die urwüchsige Landschaft mit pittoresken Burgruinen in mystisch anmutenden Landschaften und der raue Charme kleiner Küstenorte.

Dein Urlaub in Schottland wird Dir durch die Vielfältigkeit des Landes jede Menge Abwechslung bringen, und ich bin sicher, dass die besondere und freundliche Art der Schotten auch Dich verzaubern wird. Ein großer Teil des Landes besteht aus purer Natur. Sanfte grüne Hügel wechseln sich mit schroffen Bergrücken ab – eine Weite, die mit Worten kaum zu erklären ist. Viele historische Orte und Gebäude wie Dunrobin Castle oder Dunvegan Castle tragen zu der besonderen Ausstrahlung von Schottland bei. So naturnah und traditionell wie es in manchen Gegenden auch zugeht – die Metropolen Edinburgh und Glasgow überraschen mit ihrer außergewöhnlichen Verbindung von Tradition und Moderne. Und das Beste: in Schottland ist es noch erlaubt, wild zu campen! Nimm Dir also einfach ein Zelt mit, such Dir einen abgeschiedenen Ort und übernachte im Freien. Damit Du für Deine Entdeckungstour durch das Land der Highlands und Lochs gut ausgerüstet bist, findest Du hier unsere Packliste, mit allem, was Du für Deinen Urlaub in Schottland brauchst.


*Dieser Blogbeitrag enthält Werbung.


Unsere Packliste findest Du hier


Three Lochs Forest Drive

Sonntag, 5.5.2019. Was ich nicht gedacht habe ist das unser Auto bis zum Rand voll gepackt ist, trotz Dachbox. Ayla hat natürlich den ultimativen Ausblick und einen Luxusplatz hinten im Kofferraum, somit nimmt sie auch enorm viel Platz weg. Mit Hund 2 Wochen in den Urlaub zu fahren bedeutet auch doppelt so viel einpacken. Ayla hat eigenes Gepäck, eine Kühlbox mit ihrem BARF und eine Kühltasche für Dosenfutter. Wir haben für ca. 1 Woche BARF und für eine Woche alternativ Dosenfutter gekauft, da wir zwischendurch wild zelten werden, werden wir nicht auf der ganzen Strecke die Kühlbox kühlen können.

Eingepackt haben wir noch die Camping - Ausrüstung von Intersport, jeweils unsere eigenen, großen Koffer, Lebensmittel und Getränke für unterwegs und zu guter Letzt natürlich unser Foto- und Video-Equipment, Laptop und sonstige Technik. Denkt dran, in Großbritannien benötigt ihr einen Strom-Adapter!



Großbritannien - einfach großartig mit Hund!


Die Einreise mit Hund nach Großbritannien ist im Januar 2012 deutlich erleichtert worden.

Vor unserem Urlaub haben wir geprüft, ob die Tollwutimpfung noch frisch ist und ob Ayla noch bestimmte Wurmkuren braucht.


Der Hund benötigt folgendes:

EU-Heimtierausweis, Mikrochip, eine gültige Tollwutimpfung, Bandwurmbehandlung, die 24 bis 120 Stunden vor der Einreise von einem Tierarzt durchgeführt und im EU-Heimtierausweis dokumentiert werden muss.

Alle Informationen zur Einreise findest Du auf der Internetseite der britischen Regierung


Mit Hund im Eurotunnel nach Großbritannien -

leichter geht's nicht!


Am einfachsten ist die Anreise mit Hund über den Eurotunnel, von Calais nach Folkestone.

Am Eurotunnel in Calais angekommen, mussten wir Ayla an der Pet Reception anmelden. Hier wurde der Mikrochip ausgelesen und der Heimtierausweis kontrolliert. An der Schranke haben wir dann 268,00 € bezahlt. Die Buchung übers Internet im Vorfeld wäre allerdings etwas günstiger gewesen, ebenso die Fahrt mit der Fähre. Das Auto wurde in einen Zug verladen. Wir mussten samt Hund im Auto bleiben, konnten aber auch aussteigen. Toiletten sind im Zug vorhanden. Die Überfahrt ging echt fix und war auch total unkompliziert. In ca. 35 Minuten waren wir schon in Großbritannien.


Auf der englischen Seite auf dem Rückweg gibt es keine Pet Reception. Wir haben diesmal direkt vor der Schranke 192 Pfund bezahlt. Es gab hier auch Möglichkeiten für den Hund sich etwas die Pfötchen zu vertreten. Eine eingezäunte Spielweise bzw. einen kleinen Trainingsplatz mit verschiedenen Geräten, genug Wasser und einen separaten Bereich für läufige Hündinnen.



Zwischenstopp in London


Wir haben London als Zwischenstopp genutzt und ca. 40 Minuten Fußweg von dem Londoner Eye eine Unterkunft gebucht. Zwar haben wir noch lange nicht alles von London gesehen, trotzdem hatten wir einen sehr guten Eindruck von dieser lebhaften Stadt bekommen. Die Briten sind sehr freundlich, London ist eine tolle und schöne Stadt. Es haben uns so viele auf Ayla angesprochen und wollten unbedingt ein Foto mit ihr oder sie streicheln. Ayla hat das wunderbar mitgemacht und ist jedem freundlich, aber vorsichtig entgegenkommen. Etwas Probleme hatten wir bei der Suche nach einem Restaurant. Hunde sind nicht überall willkommen - außer oftmals in den Garten oder Außenbereich. Es finden sich jedoch immer mehr Doggy-friendly-pubs im ganzen Land, die die Vierbeiner willkommen heißen. Zum Abend haben wir einen Teil von London auch nochmal leuchten sehen. Romantik pur. Einfach schön. Ich habe mich sehr in den Flair verliebt und werde definitiv nochmal für ein paar Tage mehr nach London reisen.


Montag, 6.5.2019. Am nächsten Tag sind wir morgens gemütlich gestartet und haben im RADA, Brentford gefrühstückt.


Ich habe ein Avocado on Toast und ein klassisches englisches Frühstück mit Würstchen, Eiern, Bacon, Pilzen, Toast, Bohnen, Tomaten und Kartoffelecken bestellt. Ein Träumchen! Ich liebe es morgens deftig zu frühstücken. So ist der Tag perfekt gestartet.



Edingburgh


Wenn man sich die mittelalterlichen Wohnungen, die schmalen Gassen der Altstadt und die prachtvolle Eleganz der georgianischen Neustadt ansieht, besteht kein Zweifel daran, dass Edinburgh seinen Ruf als eine der beeindruckendsten und anziehendsten Städte der Welt verdient hat.


Arthur's Seat

Unsere Unterkunft war 40 Minuten Fußweg von der City entfernt. Da wir am Abend erst unsere neue Unterkunft bezogen haben, hatten wir gedacht den Sonnenuntergang auf dem Arthur's Seat zu genießen und am nächsten Tag erst die Stadt zu erkunden. Arthur's Seat gehört neben Castle Rock und Calton Hill zu den bekanntesten der sieben Hügel von Edinburgh und ist mit einer Höhe von 251 Metern über dem Meeresspiegel auch der Höchste. Er befindet sich mitten in der Stadt, direkt hinter Holyrood Palace, umgeben von Holyrood Park und ist einfach zu besteigen. Von Arthur's Seat oder Calton Hill hat man eine grandiose Aussicht über die Stadt. Von dem Gipfel vom Arthur's Seat bieten sich beeindruckende Blicke über ganz Edinburgh bis hin zur Brücke über den Firth of Forth, zu den Southern Uplands, dem Bezirk East Lothian und den südlichen Highlands.


Dienstag, 7.5.2019. Grob gliedert sich Edinburgh in zwei Bereiche: Da ist die alte Stadt, die sich auf dem Rücken des Castle Hills bis hinab zu den Füßen der Salisbury Crags zieht. Die Royal Mile ist das Rückgrat dieser alten Stadt, seitlich gehen immer wieder Straßen oder auch nur sogenannte Closes ab – das sind enge Gassen und geschlossene Durchgänge.


Der zweite Teil ist die New Town. Sie liegt gegenüber der Altstadt, getrennt durch die Princess Street Gardens. Krönung dieses neuen Stadtteils ist der Calton Hill mit seinen Denkmälern.


Wer unserer Route nachgeht und zwischendurch Stopps in Restaurants und Pubs einlegt, Fotos und Videos macht, braucht ca. einen halben bis ganzen Tag um Edinburgh zu erkunden.


A) Circus Lane // B) Dean Village // C) Princes Street Gardens // D) Grassmarket // E) Victoria Street // F) Scott-Denkmal // G) The Royal Mile Residence // H) Calton Hill

Circus Lane

Die Circus Lane lässt unsere Herzen höher schlagen. Hier wimmelt es geradezu von hübschen, kleinen Häusern, den sogenannten “Mews”. Mit “Mews” werden umgebaute Stallungen bezeichnet. In Edinburgh gibt es einige dieser Gassen, aber Circus Lane ist die Schönste.


Dean Village





Dean Village ist ein altes Dorf im Nordwesten von Edinburgh und einen Besuch wert. Es ist eine ruhige Wohngegend, in der man gemütliche Spaziergänge entlang des Flusses Water Of Leith machen kann.





Victoria Street

Die Princes Street ist heutzutage die Haupteinkaufsstraße im Stadtzentrum, obwohl sie ursprünglich als Wohnstraße angelegt wurde. Als südlichste Straße der New Town liegt sie zwischen Lothian Road im Westen und Leith Street im Osten. Da am Südrand der Straße kaum Gebäuden liegen, hat man schöne Ausblicke auf die Princes Street Gardens, die Old Town und Edinburgh Castle.


Am historischen Grassmarket reiht sich ein Pub und Restaurant aneinander. In Pubs wartest Du nicht auf den Kellner, sondern bestellst vorne am Tresen und zahlst dort auch direkt. Zu einem klassischen Pub-Besuch gehört auf jeden Fall das Probieren eines lokalen Biers oder Whiskys und natürlich deftiges Essen. Gesund ist es nicht, aber unglaublich lecker. Wir haben im The Last Drop zum Abend unser Essen genossen und das erste Mal Haggis probiert. Ein Traum vor allem wenn es mit einer Whisky-Sauce serviert wird.


Die Victoria Street ist die direkte Verbindung vom Grassmarket zum Castle Hill und voller Design, Fashion und Vintage Shops – vor allem in den farbenfrohen Geschäften auf der Nordseite der Straße.


Ein weiteres Highlight in Edinburgh ist das Scott-Monument – das größte Denkmal für einen Schriftsteller: Walter Scott. Das Denkmal wurde 1844 errichtet und ist 61m hoch.


Die Royal Mile erstreckt sich auf einer Länge von 1,8 Kilometern, zwischen dem Edinburgh Castle und dem Palace of Holyroodhouse. Hier kann man nach Herzenslust in Souvenirgeschäften stöbern, die wunderbaren Bauten bewundern und in den kleinen Restaurants und Pubs am Straßenrand ein Päuschen einlegen. Allerdings ist die Straße auch sehr Touristen überlaufen.


Dugald Stewart Monument

Wie fast alles in Edinburgh kann man den Calton Hill in Edinburgh gut zu Fuß erreichen. Er liegt am West-Ausläufer der Princes Street. Sowohl der Hauptbahnhof Waverley Station als auch der Busbahnhof am St Andrew’s Square liegen nur wenige hundert Meter entfernt. Auf dem 103 Meter hohen Calton Hill ist nicht nur der grandiose Rundumblick über Edinburgh spektakulär. Auch die auf ihm befindlichen Gebäude sind dies. Das bekannteste Foto-Motiv auf dem Calton Hill: das Dugald Stewart Monument. Einem schottischen Philosophen gewidmet, überblickt es Edinburgh und dient so als Vordergrund für Aufnahmen der Stadt im Hintergrund.



Glasgow


„People make Glasgow“ – die Menschen sind das, was Glasgow ausmacht. So der Slogan der Stadt. Hier leben angeblich die freundlichsten Menschen Schottlands. Übrigens erscheint Glasgow auch als Internet-freundliche Stadt: Im gesamten Zentrum gibt es freien Zugang über WLAN, der mal gut, mal weniger gut funktioniert.



Mittwoch, 8.5.2019. Wer mich nach Glasgow fragt dem werde ich als Erstes über die beeindruckenden Wandmalereien an den Hausfassaden berichten. Wunderschöne Bilder zieren die Stadt und verleihen Glasgow ihren eigenen Flair. Aufgrund der Zeit hatten wir nicht die Möglichkeiten alle Werke zu bewundern. Also: Erkundet unbedingt die Street Art. Es lohnt sich! Dank Glasgow City Council gibt es einen wunderschönen kostenlosen Street Art Guide „City Centre Mural Trail“ zum downloaden.



Ein weiteres Highlight ist wohl das Òran Mór. Eine Bar in einer alten Kirche, die von Kunststudenten der Universität Glasgow zu neuem Leben erweckt wurde. Hier gibt es Livemusik, scheinbar gutes Essen und bezahlbaren Whisky. Leider durften wir da nicht mit Ayla rein und haben dann in der Asthon Ln im schicken Restaurant The Gardener unsere Pause eingelegt.


Dann sind wir weiter an dem Clyde Arc, St. Enoch Centre, einem Einkaufszentrum im Stadtzentrum und an der Shopping-Meile Buchanan Street vorbei.


Am Rathaus, City Chambers, vorbei sind wir zur herrlichen Kathedrale des Stadtgründers St Mungo gegangen. Sie ist scheinbar auch von Innen sehr sehenswert. Da wir uns aber nicht so für Kirchen interessieren, sind wir danach wieder Heim gefahren und haben den Tag wieder in der Unterkunft ausklingen lassen und unser Abendessen über Deliveroo nach Hause bestellt.





Wir sind an einem halben Tag diese Route gelaufen:


Loch Lomond & The Trossachs National Park


„Loch". Mit dem schottischen Wort für See bezeichnet man dort quasi alle Wasserflächen. „Trossachs" ist ein ganz besonderes Wort für eine ganz besondere Gegend. Es bezieht sich auf das romantische Gebiet mit funkelnden Seen, zerklüfteten Hügeln, verschlafenen Wäldern und gastfreundlichen Ortschaften, das sich östlich von Loch Lomond und westlich von Stirling erstreckt.


Für diesen Park haben wir 2 Tage eingeplant. Man hätte hier aber auch weitaus länger bleiben können. Loch Lomond & der Trossachs Nationalpark hat uns mit seiner naturbelassenen Landschaft, spannenden Geschichte und ausgezeichnetem Essen und Trinken begeistert, zudem ist alles so einfach zu erreichen.

Loch Goil

Mittwoch, 8.5.2019. In Helensburgh haben wir zum Abend unsere Unterkunft bezogen und telefonisch bei einem Italiener bestellt und zu Hause gegessen.


Three Lochs Forest Drive

Donnerstag, 9.5.2019. Morgens haben wir schön entspannt im Sugar Boat gefrühstückt. Die Küche und das Ambiente war wieder hervorragend. Dann haben wir uns auf dem Weg zum süd-westlichen Teil von Loch Lomond gemacht. Im Herzen des Parks liegt der Loch Lomond. In ganz Großbritannien wird man keinen größeren See finden. Am Loch Lomond hatten wir einen wundervollen Blick auf den mächtigen Ben Lomond. Wir sind dann aber weiter gefahren, am Loch Long vorbei bis zum Loch Goil. Zum Loch Eck und Holy Loch führten von da aus leider keine weiteren Straßen, sodass wir dann zum Abend wieder nach Hause gekehrt sind.


Freitag, 10.5.2019. An dem Tag ging es für uns Richtung Loch Katrine zum Berg Ben A’an. Die dichten, ursprünglichen Wälder mit dem Loch Katrine und den vielen kleinen Seen sowie dem Ben A’an (461 m) und dem Ben Venue (729 m) werden als die Trossachs bezeichnet. Wir sind am Loch Ard, Loch Chon, Loch Arklet vorbei gefahren und haben immer mal wieder angehalten um die Natur zugenießen.







Durch den Three Lochs Forest Drive sind wir dann auf direktem Wege zum Berg Ben A’an gefahren. Da gab es Parkplätze wo man dann mit der Wanderung zum Gipfel starten konnte. Es empfiehlt sich hier früh morgens zu starten um den Gipfel auch bei Tageslicht zu erreichen. Wir sind leider erst zum Abend angekommen und haben vielleicht die Hälfte geschafft. Allein dieser Aufstieg hat sich schon gelohnt und war so vielseitig.


Ben Aan

Auf dem Weg zum Loch Venachar haben wir ein Restaurant gesucht und auch einige auf dem Weg gefunden, jedoch wurden wir immer weiter geschickt. Scheinbar waren alle Restaurants ausgebucht, was uns gewundert hatte, weil kaum Menschen drin saßen. Falls ihr vor habt im Park zu essen, reserviert am besten vorher. The Byre Inn und Lochside am Loch Venachar sahen sehr schick aus vom Ambiente und die Karten sahen auch sehr vielversprechend aus. Ob Hunde erlaubt waren, wissen wir allerdings nicht.


Letzten Endes sind wir weiter Richtung Loch Lubnaig gefahren und haben im The Lade Inn einen Platz bekommen. Hier war Ayla willkommen. Es gibt auch hier eine Karte mit reichlich Auswahl an Getränken und alle klingen so lecker und interessant. Ich hab diesmal Roisin Tayberry Beer probiert. Ich würde sagen, dass es ein typisches Frauenbier ist. Zwar nicht süß, aber es hat einen weichen, fruchtigen Geschmack nach Raspberry und Blackberry.


Mein Starter war natürlich mal wieder was mit Haggis - fried Haggis Balls. Mein Hauptmenü breaded Scottish Wholetail Scampi with homemade Tartare Sauce. Das war jetzt aber nichts besonderes. Mein zweites Bier war Lia Fail. Auch ganz nach meinem Geschmack. Zwar nicht so frisch und fruchtig, aber mild und etwas fad. Trotzdem hatte es einen leichten süßen Kick.



Wildcampen in Schottland


Nachts unter dem Sternenhimmel einschlafen und morgens beim Blick aus dem Zelt das Meer oder ein Loch sehen – ein Traum für alle Campingfans! In Schottland ist Wild Campen erlaubt, zum Glück, denn traumhafte Spots zum Campen in freier Wildbahn gibt es hier reichlich. Damit auch in Zukunft noch viele weitere Urlauber in den Genuss des Wild Campings in Schottland kommen können, ist es allerdings notwendig, einige kleine Regeln zu befolgen – aus Respekt vor der Natur und zum Wohle aller Wild Camper. Generell gilt: Natur, Tier- und Pflanzenwelt darf durch Wild Campen kein Schaden zugefügt werden. Werft vorher doch einen Blick in den schottischen Verhaltenskodex für Flora und Fauna oder in dem Faltblatt und macht euch mit den Regeln vertraut. Es ist gar nicht kompliziert, prinzipiell sollten Camper die Regel befolgen, keinerlei Spuren zu hinterlassen.


Wir hatten für den Tag keine Unterkunft gebucht und wollten am Loch Lubnaig wild zelten.

Zelten ist am Loch Lomond & der Trossachs Nationalpark über all an den Camping Management Zonen möglich. Mülltonnen gibt es hier irgendwie nirgendwo. Trotzdem ist alles relativ sauber gehalten. Haltet die Natur weiterhin sauber und nimmt euren und anderen Müll mit. Wir hatten eigene Mülltüten mitgenommen und da unseren Müll gesammelt.


Der Aufbau des Zeltes von Intersport ging kinderleicht und stand in wenigen Minuten. Die Nacht war kalt und es war um die 2 Grad.


Die Isomatten haben die Kälte vom Boden gut isoliert und die Schlafsäcke uns gut gewärmt. Wir hatten trotzdessen noch Decken über uns gelegt um es so kuschelig und heimisch wie möglich zu machen. Ayla lag in ihrem Körbchen zwischen uns, zugedeckt mit Decken, denn auch die Maus hätte ohne nichts gefroren. Es war richtig aufregend für uns, denn sowohl für Ayla als auch für uns, war es unser erstes Mal wild zelten. Die Nacht war ruhig und wurde von dem Gezwitscher der Vögel begleitet. Natur pur! Am nächsten Morgen erwartete uns ein sonniger Tag. Der morgendliche Nebel stand noch über den Loch Lubnaig und die Luft war herrlich frisch.


Denkt dran: In Schottland sind unheimlich viele Zecken unterwegs. Ayla hatte im ganzen Urlaub nur eine Zecke am Auge festkleben. Die war relativ frisch und klein, sodass wir die gut ziehen konnten. Die Restlichen haben wir immer früh entdeckt und weggeschnipst. Wir hätten Ayla vor dem Urlaub ein Zecken Spot On am Rücken auftragen können, haben uns die Chemie aber erspart und sie gelegentlich abgecheckt.


Selbst an uns haben sich die Biester hochgehangelt und im Zelt hatten wir ein paar Mal welche. An uns haben sich Gott sei Dank keine festgesetzt. Wir haben uns nach jedem Spaziergang durch hohe Gräser sofort abgecheckt und auch passende Kleidung angezogen, so das man direkt erkennen konnte, ob sich eine Biest auf dem Weg nach oben macht. Wir hatten wohl Insektenspray dabei es aber eigentlich nie verwendet. Ich muss zugeben, dass ich den Gestank so abartig finde, dass ich das nur angewandt hatte, wenn ich freies Bein hatte.



Samstag, 11.5.2019. Morgens ging es dann Richtung Fort William. Der Weg durch die Highlands nach Fort William war unbeschreiblich. Es waren so schöne Landschaften und mächtige Berge auf der A82. Auf der Karte seht ihr die Hotspots auf der Route. Wir haben ungefähr alle 10 Minuten gehalten um diese Momente festzuhalten und diese gigantischen Berge zu bewundern. Die Highlands lohnen sich definitiv zum wandern und zelten. An den Hotspots haben auch viele Touristen geparkt und sind von da aus durch die Berglandschaften gewandert. Theoretisch hätte man am National Nature Reserve & Visitor Centre eine Unterkunft buchen oder da parken können und ab da die Natur erkunden.


Angekommen mit leerem Magen in Fort William haben wir uns auf der Suche nach einem Restaurant gemacht. Vergeblich! Alles war ausgebucht. Denkt auch hier, vorher zu reservieren. Letzten Endes haben wir bei Mc Donalds gegessen und unsere Geld verschont.


Hotspots Clen Coe A82

Sonntag, 12.5.2019. Der wohl schönste Tag in unserem Urlaub. Früh morgens haben wir uns fertig gemacht und da habe ich schon vor mir hergemurmelt, dass es mit Sicherheit der schönste Tag im Urlaub sein wird. Morgens sind wir zum Ben Nevis gefahren. „Mountain Path“, „Tourist Route“ oder „Pony Track“: So nennt sich der Normalweg auf den Ben Nevis, den höchsten Berg Schottlands und ganz Großbritanniens. Doch ganz so harmlos, wie der Name es vermuten lässt, ist der Weg zum stolzen Gipfel dann doch nicht. Zwar warten auf der Normalroute keinerlei technische Schwierigkeiten, doch gilt es bis zum höchsten Punkt mehr als 1300 Höhenmeter zu überwinden. Wir haben nur 600 Höhenmeter geschafft. Die Maus hat das echt super gemacht und ist fleißig mitgewandert. Allerdings wollten wir sie nicht überanstrengen, so dass wir dann wieder runtergegangen sind. Immerhin waren wir insgesamt mit mehreren kleinen Pausen bereits 5 Std. unterwegs. Noch mehr wollten wir der Maus das nicht antun, schließlich ist sie sonst nie so aktiv.



Nach dem Abstieg sind wir sind Richtung Glen Coe Etive gefahren, quasi wieder zurück und haben da einen Platz zum wild zelten gesucht und konnten uns mal wieder nicht entscheiden wo wir verbleiben. Wir haben einen Platz direkt am Fluss gefunden, welcher zum Loch Etive führt. Abgeschnitten von der Zivilisation, kein Netz, umgegeben von gigantischen Bergen und das Leben in der unberührten Natur hat uns ein Gefühl von Freiheit, Frieden und Ruhe geschenkt. Für uns einer der schönsten Orte im Ranking von Schottland. Wir sind so dankbar, dass wir diesen Moment in unserem Leben genießen durften.



Glen Coe Etive

Montag,13.5.2019. Am nächsten Tag haben wir wieder unsere Sachen gepackt und haben den restlichen Tag in Ratagan am Loch Alsh verbracht. Dort hatten wir auch ein B & B Haus bei Fisherbeck. Die Gastgeberin war super gastfreundlich und hat uns sogar zum Abend ein Tisch bei Kintail Lodge Hotel reserviert. Hier war Ayla auch willkommen. Nach dem Essen haben wir den Sonnenuntergang genossen. Am nächsten Tag durfte Alya beim Frühstück nicht im Speisesaal dabei sein und musste im Zimmer warten.



Dienstag,14.5.2019. Wir konnten zwischen einem schottischen oder normalen Frühstück wählen - wir haben uns natürlich für die schottische Variante entschieden ;) Danach hieß es weiter zum Isle of Skye. Bei Eilean Donan Castle haben wir noch einen kurzen Zwischenstopp eingelegt, ein paar Bilder gemacht und sind dann über die Skye Brücke auf die Insel gefahren.


Eilean Donan Castle

Die Insel des Nebels - Isle of Skye


Die Insel ist wahrlich ein Gesamtkunstwerk. Es gibt zahlreiche Hotels und noch viel mehr Bed & Breakfast-Häuser. Es gibt aber ein Lebewesen, was noch viel zahlreicher vertreten ist: Das Schaf! Diese findet man wirklich überall auf der Insel. Die Insel ist alles andere als klein. Von Norden nach Süden sind es rund 80 Kilometer, die Breite liegt zwischen 11 und 40 Kilometer. Es gibt auf der Isle ein sehr gutes Straßennetz um zu all den schönen Orten zu kommen. Große Teile sind aber als Single-Track-Road gebaut. Hier steht nur eine Fahrbahn zur Verfügung, die abwechselnd in beide Richtungen befahren wird. Es gibt regelmäßig Buchten, in denen man dem Gegenverkehr ausweichen kann.


Fairy Pools

Für uns war der erste Halt auf Isle of Skye an den Fairy Pools. Wir haben etwas weiter oben kostenlos geparkt. Die unteren Parkplätze hätten etwas gekostet. Die Pools und Wasserfälle, in denen manche Feen oder auch Touristen gebadet haben, ziehen sich über einen Kilometer in die Länge. Einer Legende nach sagt man, dass in den Fairy Pools die Feen baden und das glaubt man auch sofort, wenn man die traumhaften Wasserfälle und die natürlichen, kristallklaren Pools sieht. Normalerweise sind die Pools und die kleinen Wasserfälle etwas beeindruckender, wenn es vorher ordentlich geregnet hätte.


Neist Point Lighthouse

Im Nord-Westen der Isle of Skye befindet sich einer der beliebtesten Fotomotive Schottlands: Der Neist Point Leuchtturm. Die kurze Wanderung zum Neist Point ist nicht sonderlich anspruchsvoll, bietet jedoch fantastische Ausblicke auf die schroffen Klippen und das schäumende Meer. Die Wanderung beginnt an einem Parkplatz. Am Leuchtturm angekommen haben wir uns ordentlich den Wind durch die Haare durchpusten lassen. Eine wunderschöne Aussicht auf den Leuchtturm hat man auf der linken oder rechten Seite. Wir haben beeindruckende Drohnenaufnahmen um den Leuchtturm gemacht.


Direkt an der rauen Atlantikküste findet man das Dunvegan Castle. Um 17 Uhr war das Castle allerdings schon geschlossen, somit haben wir hier ein paar Aufnahmen um das Castle gemacht. Die Burg ist der Stammsitz des alten MacLeod Clans. Wer geschichtlich interessiert ist, der sollte das Dunvegan Castle auch von innen besuchen, denn hier wurde die Geschichte des MacLeod Clans dokumentiert, welche fast so lang ist wie die Geschichte Schottlands selbst. Zu der Burg gehört auch ein wunderschön angelegter Garten. Dafür muss man jedoch die gepfeffertem Eintrittspreise in Kauf nehmen.


Wir sind dann weiter zum Coral Beach gefahren. Der 15-Minütige Wanderweg führt durch ein Naturschutzgebiet entlang der Küste, vorbei an Kuhherden, Wäldern und einer vielfältigen Flora und Fauna. Hinter einem Hügel liegt der weiße Sandstrand „Coral Beach“. Seinen Namen verdankt der Strand übrigens seinem Sand. Dieser ist zwar weiß, aber eher grobkörnig, weshalb man ihn lange Zeit für Korallenstücken gehalten hat. Ich hatte mir eigentlich mehr von dem Strand versprochen. Der Weg mit der Camping - Ausrüstung wäre uns zu weit gewesen, daher haben wir hier nur eine kurze Zeit verweilt und haben dann das Zelt zwischen Coral Beach und dem Dunvegan Castle aufgeschlagen


Passend zum Sonnenuntergang haben wir dann unser erstes schottisches Bier getrunken. Die Aussicht war wieder unglaublich und der Sonnenuntergang hat uns den Atem geraubt. Keine Menschenseele weit und breit. Auf der gegenüberliegenden Insel haben sich die Kegelrobben gesonnt und die Vögel haben ihre Runden gedreht.



Mittwoch, 15.5.2019. Die Nacht war seelenruhig bis auf die Vögel, die die ganze Nacht gesungen haben und der Halbmond, der unser Zelt angestrahlt hat als wäre es gleich Morgen. Auf dem Weg zum Kilt Rock mussten wir aufgrund einer Baustelle einen Umweg von 40 Minuten einplanen. Die Fahrt über die Landschaften war herrlich, doch leider wurden wir vom Kilt Rock etwas enttäuscht. Da es die letzten Tage so warm war und kaum geregnet hat, kamen da nur ein paar Tropfen der schroffen Felsen runter. Das hätten wir uns aber auch schon bei den Fairy Pools denken können, denn die waren schließlich auch nicht übermäßig gefüllt. Ansonsten hatte man eine unglaublich tolle Sicht über das Meer zu den gegenüberliegenden Bergen, welche ein wunderschönes Panorama dargestellt hat.





Einen kurzen Snack an der mobilen Snackbar haben wir uns dann doch noch gegönnt und sind dann an dem Old Man of Storr vorbeigefahren, Richtung Portree. Die Wanderung zum Old Man of Storr hätte sich garantiert gelohnt, doch unsere Maus war von den letzten Tagen so erschöpft, dass wir uns das für ein anderes Mal aufgehoben haben.






Auch die Hauptstadt der Isle of Skye, Portree, ist wirklich sehenswert. Dicht an dicht gereiht und in kunterbunten Farben stehen die Häuser direkt am Pier. Wir haben da die Zeit aber nicht großartig genutzt und sind auf dem direkten Weg weiter nach Inverness gefahren. Umgeben von gigantischen Bergen, weite Landschaften und Schafen haben wir die Fahrt bei bestem Wetter genossen.

Wir haben vom südlichen über östlichen bis hin zum nördlichen Teil so viele unterschiedliche Regionen gesehen. Es ist so spannend wie sich vom Lowland bis hoch zum Highland bis zur Hauptstadt von den Highlands Inverness die Natur und die Atmosphäre verändert. Inverness ist deutlich moderner. Die Natur um Loch Ness und die Umgebung ist mit Bäumen und Rasen umgeben. Inverness war unsere Endstation. Wir hatten hier eine gesamte Unterkunft und haben unsere Wäsche gewaschen und die letzten Tage Revue passieren lassen. In der Stadt waren wir nur einmal tagsüber, ansonsten haben wir uns auf die Rückreise vorbereitet.



Wann ist die beste Reisezeit um nach Schottland zu reisen?


Definitiv der Mai. Der Mai ist der goldene Monat. Wenig Touristen, Ginsterblüte, lange Tage und tendenziell gutes Wetter. Juni, Juli, August sind die typischen Reisemonate, das Wetter ist tendenziell warm. März, April und September, Oktober sind deutlich ruhiger, dafür oft regenreicher. Schottland als Reiseland bedeutet, kein heißer Strandurlaub, auch nicht im Hochsommer, da die Temperaturen selten die 20 bis 25 Grad-Marke überschreiten. Von daher gibt es allerdings auch keinen Grund sich auf die Hauptsaison (Juli/ August) zu beschränken. Mit kühlen Tagen und Niederschlag ist immer zu rechnen, so dass man gut die Nebensaison nutzen kann. Die Temperaturen liegen bei milden 14 Grad und statistisch betrachtet sind dies die Monate mit den geringsten Niederschlägen. Der Mai und der Juni gelten sogar als sonnenreichste Monate. Bleibt noch zu beachten, dass die Westküste generell etwas wärmer ist als die Ostküste des Landes und die Highlands immer mehr Niederschlag aufweisen, als der Rest des Landes. Wir hatten nach Loch Lomond durchgehend gutes Wetter und die Temperaturen stiegen bis zu 25 Grad.


Uhr Kapten & Son // Armband Hello Finley


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